Gibt es an der Hitzewelle überhaupt was Gutes? Ja!

Samstag Mittag. 4. August. In der Sonne kann ich es kaum aushalten.

Seit Ende Juni ist es meist jeden Tag richtig heiß.

Seit zwölf Tagen sogar dauerhaft über 30 Grad!

Im Büro locker 30 Grad, draußen 39 Grad im schmalen Schatten der Fensterbacke.

Es ist zu heiß für meinen Organismus. Der Kreislauf sackt mir schnell weg.

Der Kopf arbeitet nicht so gut wie sonst. Ich komme mit meiner Arbeit kaum voran. Vor der Tastatur liegt ein Handtuch auf dem Schreibtisch, damit meine Arme darauf nicht festkleben.

Der Schlaf unterm Dach ist trotz Klimaanlage unruhig. Mag mir die Stromrechnung nicht vorstellen.

Ich gehe nicht walken, weil es selbst im Wald und morgens um sieben schon zu warm ist und es meinen Beinen nicht bekommt, durch die Sonne zu gehen.

Der Garten wäre ohne das Gießen die Wüste Gobi.... Grillen ist bei uns bei solchen Temperaturen erst um 20 Uhr möglich, weil vorher so sehr die Hitze auf der Terrasse steht, dass man eigentlich keinen Grill braucht, sondern nur eine Metallplatte...

Ach, ich höre jetzt einfach auf. Sie wissen ja selbst, wie es ist, wenn Sie in unserer Region und nicht irgendwo leben, wo es gerade kühl ist. Grönland?

Zum Glück muss ich in der Mittagshitze selten raus. Mein Mann muss auch bei dem Wetter als Schornsteinfeger aufs Dach und hat einen Kehranzug - der auch Arme und Beine vollständig bedeckt - und Sicherheitsschuhe an. So viele Menschen und Tiere gibt es, die können der Hitze nicht ausweichen. Da will ich zufrieden sein. Ich kann mir meine Zeit einteilen, kann mich neben den Ventilator setzen...

Als Kind kann ich mich nicht daran erinnern, dass ich unter einem heißen Sommer gelitten hab. Da bestanden die Ferien gefühlt aus Planschbecken, Freibad, Eis und Spielen. Die Hitze machte mir als Kind weniger aus. Ist vielleicht bei allen Kindern ähnlich. Bei den Erwachsenen sieht das schon anders aus.

Erstaunlicherweise gibt es sie: Menschen, die bei Mittagshitze sogar gerne joggen gehen oder die nicht über das heiße Sommerwetter stöhnen. Die es richtig toll finden! Ich habe ihnen mal zugehört. Was mögen sie daran? Antworten:

"Montags kann ich mich fürs Wochenende verabreden zum Grillen oder fürs Freibad und die Wahrscheinlichkeit, dass es klappt, ist sehr hoch, weil das Wetter stabil ist. Das gefällt mir."

"Ich weiß morgens, wenn ich aus dem Haus gehe, was ich anziehen soll, muss nicht lange nachdenken, regnet es jetzt oder nicht. Das finde ich klasse."

"Wenn ich abends ausgehe, brauche ich mir keine Gedanken um eine Jacke zu machen. T-Shirt und kurze Hose reichen und dann ist es abends draußen wie im Urlaub."

Ok, stimmt, das kann ich nachempfinden.

Und bevor die Hitzewelle ein Ende hat, will ich selbst mal schauen, ob ich auch etwas finde, dass ich gerade gut finde. Obwohl mich das Wetter so herausfordert.

Vielleicht kann ich mir das dann vor der nächsten Hitzewelle durchlesen und es muntert mich auf.

Wahrhaftig, nach ein bisschen nachdenken fällt mir was ein:

Es ist schön, am Abend länger draußen zu sitzen. Um 21.30 Uhr sind es immer noch 25-28 Grad. Der Ventilator bläst die Mücken weg. (Hat nicht ganz geklappt. Juck.) Ich liege in der Hängematte (Tipp: Blogartikel Hängemattengefühl) und träume mich durch den Abendgarten, lese, schreibe, höre Meditationen. Das ist einfach ein ganz tolles Sommerfeeling. (Ich rede jetzt nicht darüber, dass es an diesem Platz nachmittags nicht auszuhalten ist, sondern ein Gefühl als hält man den Körper in den heißen Backofen.)

Manchmal verlege ich mein Büro am Vormittag nach draußen auf die dann meist noch angenehme Terrasse. Das ist schon ein tolles Gefühl.

Das Wetter hilft beim Schlafen, weil es sooo - gähn - müde macht. Es entspannt sich einfach prima. Manchmal geht ja auch einfach nix anderes, als Füße hoch, die Augen zu, einen guten Film schauen oder ein Nickerchen machen. Und weil nix anderes geht, fehlt mir dann auch oft das schlechte Gewissen, weil ich ja eigentlich arbeiten... ZZzzzzzzzzzzzz. ;o)

Und ich finde die Fußbäder draußen ganz toll. Große Bütt. Kaltes Wasser. Magnesiumflocken oder Natron dazu. Füße rein. Aaaaah. Das macht null Spaß, wenn es regnet oder kalt ist. Aber so ist es einfach ein abkühlender Traum!

Heute war ich direkt beim Erzeuger Obst und Gemüse kaufen. (Garten-Oase Frechen, sind bei Facebook). Das war so eine Pracht! Hab mich wie im Paradies gefühlt. Die Zwetschgen, Aprikosen, Nektarinen sind so lecker und auch die Tomaten schmecken köstlich. Mir läuft schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammen. Es gab so unglaublich viele unterschiedliche Tomatensorten, habe mir eine Mischung geholt. Die lila Paprika sieht doch klasse aus, oder? Und die kleine Gurke. Alles konnte ich einzeln kaufen. Ein Traum, da fahre ich wieder hin.

Von vielen Gartenbesitzern habe ich gehört, dass die Erne dieses Jahr besonders ergiebig ist: Tomaten, Brombeeren, Kirschen, Zwetchgen, Stangenbohnen, Johannisbeeren. Und das ist einfach ein Traum im Gegensatz zu verregneten Monaten, wo kaum die Sonne rauskommt. Gut, wenn die Pflanzen gegossen werden können. Dann ist es wirklich eine Erntefreude und Genuss für den Gaumen! Oben ein von meinem Onkel liebevoll gepacktes Körbchen mit Tomaten und Kräutern aus seinem Garten.

Mit den vergangenen Wärmewochen merkte ich auch, dass sich mein Körper ein klitzekleines bisschen auf die Hitze einstellt. Erstaunlich. Besonders die trockene Hitze bekommt mir und da haben wir dieses Jahr Glück. Denn wenn es jetzt regnet und wieder heiß wird, haben wir gefühlte 80% Luftfeuchtigkeit und das Schwüle ist schwerer auszuhalten. Auch eine gute Erfahrung, dass ich trockene Hitze für eine Zeit ertragen kann.

Das ist doch eine ganze Menge Positives. Trotz allem Anstrengenden. Wer hätte das gedacht.

Aber irgendwann ist doch auch mal gut, oder? Es kann ja nicht ewig so weiter gehen..., oder?

Ich hatte ja so damit gerechnet, dass die Hitzewelle zum Vollmond zu Ende gewesen wäre, weil sich das Wetter dann oft verändert und die Hitzewelle beim letzten Vollmond begonnen hatte. Mit diesem Zeitfenster habe ich mich diesen Sommer einigermaßen mit den Temperaturen arrangiert. Ich habe nicht so mit der Hitze gekämpft, sondern gedacht: "Ok, wenn es bis zu dem Zeitpuntk so heiß ist, geht es, danach wird es ja wieder kühler." Es fällt mir leichter, mit Herausforderungen umzugehen, wenn ich sie zeitlich begrenzen kann.

Nun war ja letzte Woche Freitag erhoffter Vollmond. Wetteränderung? Pustekuchen. Die Wetterapps zeigten keine Änderung an. Schrei!

Vor zwei Tagen sprach ich mit einer Bekannten, die sich gut mit den Sternen auskennt und sie meinte, dass sie bei Neumond mit einem Wetterwechsel rechnet. Der ist in am 11.8., also in einer Woche. Heute morgen schaue ich auf die Wetterprognosen und wahrhaftig! Ende nächster Woche wird es kühler! Ich kann es gar nicht fassen und freue mich so sehr.

Endlich wieder gut schlafen. Endlich (hoffentlich) Regen für die Natur. Endlich wieder walken gehen. Ich habe schon Entzugserscheinungen und sehne mich nach dem Wald. Endlich gut arbeiten können. Ein Aufatmen für die Natur und gefühlte 99% der Menschen.

Vorfreude ist doch die schönste Freude. Und wo mir jetzt was Positives an der Hitze eingefallen ist, werde ich die warmen Sommerabende, bevor es kühler, nasser, unbeständiger wird, noch bewusst genießen! Und die köstlichen Früchte aus dem Garten und aus der Region, die gerade so reich und lecker vorhanden sind. Für meinen Gaumen ein Fest!

Ich hoffe, du findest auch eine Möglichkeit, die kommenden Tage noch durchzustehen, bis es endlich wieder so vom Wetter wird, dass es uns allen besser geht.

Manche regen sich ja über diejenigen auf, die unter dem Wetter stöhnen. Ich nicht. Kein Mensch regt sich über gemäßigte Temperaturen, einen Wechsel von Sonne und Regen auf. Was vielen (mir auch) zu schaffen macht, sind doch die Extreme wie jetzt die wochenlange Hitze oder auch wochenlanges Regnen. Und das verstehe ich gut!

... schrieb Anja und schwitzte tapfer weiter :-)

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 04 August, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Blog - Wetterkapriolen

Mit der Hitze tanzen. Hitzepöckchen. Arbeiten. Auszeit.

Waschlappen auf dem Kopf gegen die Hitze

Auf meinem Kopf thront ein nasser Waschlappen.

Ich hoffe, er kühlt meine Temperatur etwas runter. Draußen im Schatten hinter unserem Haus sind es 38,4 Grad. Gestern konnte ich dort unter der Pergola noch arbeiten, weil unerwartet einige Wolken und Wind für ein kleines bisschen Abkühlung sorgten. Heute unmöglich. Mir sackt der Kreislauf weg.

Wenn es so heiß ist, kann ich normalerweise schwer einen klaren Gedanken fassen. Es ist Donnerstag Nachmittag Ende Juli. Ich sitze am Schreibtisch in meinem Büro. Knapp unter 30 Grad sind es hier drinnen. Die Fenster sind abgedunkelt, hinter mir läuft ein Ventilator. Trotz dieser Bedingungen kann ich diesen Artikel schreiben. Unfassbar. Das Geheimrezept ist bestimmt der Waschlappen. ;o)

Seit Montag mache ich eine Pause vom Walken. Diese körperliche Belastung schon früh am Morgen vermeide ich. Denn schon um 7 Uhr sind es weit über 20 Grad. Also gut für mich sorgen und eine Pause machen. Die Kompressionsstrumpfhose wegen meines Lipödems hatte ich weiter brav an.

Doch gestern Nachmittag habe ich kapituliert. In den Kniekehlen, am Bauch, am Unterrand meines BHs ... überall juckte es. Mich quälten Hitzepöckchen. Also habe ich mich von der Kompressionsstrumphhose befreit und die Füße in eine große Bütt mit eiskaltem Wasser gestellt. Aaaaaaaaah. Das hat geholfen. Dann noch den BH gegen ein Bustier getauscht. Noch besser.

Inzwischen habe ich einige Tipps bekommen, was gegen den Juckreiz helfen soll: Babypuder, Quarkpackungen, Salbe gegen Sonnenbrand/Mückenstiche, Kühlen, Ausruhen, luftigere Kleidung, Apfelessig. Das Betüpfeln der nicht offenen Stellen mit Apfelessig hat mir geholfen. Aber der Essig riecht ziemlich stark. Hm. Die Salbe war auch eine Linderung. Puder schreibe ich mir auf den Einkaufszettel. Heute sind die Hitzepöckchen schon weniger geworden. Ein Glück. Vorgestern nacht bin ich noch wach geworden und habe dem Juckreiz nachgegeben (ich weiß, nicht gut, dadurch wurde es nur schlimmer...). Letzte Nacht und heute am Tag ist es schon besser.

Rheinufer

Letzte Woche Mittwoch habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnt. Nachdem ich in der noch "kühleren" Zeit einige Wochenenden durch gearbeitet habe, war das höchste Zeit. Ich habe mich mit einem Ausflug an den Rhein belohnt. Picknickdecke. Wassermelone. Was zu schreiben, zu malen und ab ans Kieselufer in den Schatten der Bäume. Es hat so gut getan, diese Pause zu machen. Die Hitze war da trotz Kompression noch gut auszuhalten. Ich freue mich, dass ich mit höheren Temperaturen besser zurecht komme als noch vor zwei Jahren. Da macht sich die Gewichtsabnahme bemerkbar. So ein Glück!

Ich bin dem Himmel dankbar, dass ich mir meine Zeit frei einteilen kann. So arbeite ich immer dann, wenn es mir gesundheitlich gut geht und mache Pause, wenn ich Pause brauche, zum Beispiel weil es einfach viel zu heiß ist. Auch, dass ich manche Arbeiten draußen im Garten am Tisch erledigen kann, ist ein ganz großes Glück. Obwohl es mir bei der Hitze manchmal arg schwer fällt, einen klaren Gedanken zu fassen. Also übe ich mich in Geduld, bis es wieder geht. So wie jetzt. Trotz Hitze ein langer Blogartikel. Wow!

So ist der Umgang mit der Hitze für mich wie ein feuriger Tanz - ein Tango: Ausspüren von Grenzen, mich fallen und führen lassen. Schauen was geht und was geht nicht. :o)

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du gut durch die Hitze kommst und Inseln findest, wo du abkühlen kannst.

Anja Kolberg

Hier noch ein paar andere Artikel zu früheren Hitzezeiten: Die Leiden der nicht mehr ganz jungen A. - Phantasien - Frisst Hitze Hirn? - Ein Hitze Ende in Sicht?

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 30 Juli, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Blog - Wetterkapriolen

Sommerzauber im Garten. Abkühlung für die Vögel. Duftrose.

Den Vögeln habe ich bei der Hitze Freude bereitet und mir damit auch: Früh am Morgen habe ich den Regensprenger angestellt. Die Blätter des Zierahorns über dem Teich waren nass. Da beobachtete ich kleine Kohlmeisen wie sie die Äste rauf und runter hüpften und sich mit Hilfe der nassen Blätter des Ahorns eine Abkühlung verschafften und sich schüttelten, als würden sie baden. Das sah so putzig aus. Der Baum wackelte. Was für eine Freude. Das werde ich jetzt öfter tun, nicht nur um den Pflanzen eine Abkühlung und so nötiges Wasser zu geben.

Ein Schmetterling nahm auf der genässten Terrasse Platz, ruhte sich aus, trank etwas. Er bewegte immer wieder seine Flügel auf und ab.

Überhaupt genießen viele Vögel und Insekten die Abkühlung in unserem Bachlauf und Teich. Seit einigen Wochen kommt ein Greifvogel, wohl ein Jungtier und kühlt sich ab. Sehr zur Aufregung der Amseln, die während dessen nicht aufhören, Warnlaute abzusetzen und sie greifen den armen Kerl sogar an. Fliegen kurz über seinem Kopf her, wenn er auf dem Zaun sitzt und sich putzt oder treffen ihn sogar, dass Federn fliegen. Er lässt sich davon allerdings nicht beirren, duckte sich, wenn er den Angriff sah, guckte manchmal etwas irritiert und putzt sich dann weiter.

Coole Haltung, von der ich was lernen kann.

Besondere Freude macht es mir, die Jungvögel zu beobachten. Ihre Flugaktionen sind so putzig. Gerade machen mir zwei kleine Zaunvögel Freude, die miteinander um die Wette fliegen und landen und um die Sträucher rasen.

Die Rose Parole blüht diesen Sommer wunderbar. Ihre handgroßen Blüten duften in der starken Sonne schon von weitem. Was für ein Sommerzauber!

Hortensienstrauss

Bevor es richtig heiß wurde, habe ich mir diese hübschen Hortensienblüten rein geholt, dazu einige Gräser und Funkienblätter. Sooo schön, auch wenn es nur wenige Tage hielt. Auf dem Foto lebt der Strauß nun weiter.

Das sind die schönen Seiten der heißen Zeit!

Liebe Grüße

Anja Kolberg

Magst du gucken, was ich sonst zum Sommer im Garten geschrieben habe? Hier gibt es mehr davon Blog - Garten - Sommer 

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 26 Juli, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Blog - Garten - Sommer

Walken durch den Sommerwald -
Komm mit auf meine Runde

Gerade hat der Sommer begonnen, dennoch sind schon viele heiße Tage geschafft. Wenn es wärmer wird, versuche ich möglichst vor neun Uhr meine Walkingrunde zu machen. Danach ist es fast unerträglich für mich, durch die Hitze zu laufen. Wenn ich von zu Hause aus losgehe, muss ich ein ganzes Stück durch die Sonne und ohne Schatten gehen. Und das vermiest mir dann bei hohen Temperaturen gehörig die Laune. Meine Beine werden schwer, schmerzen, mir wird's unerträglich heiß, mein Kopf glüht...

So wäge ich ab: Tut mir die Bewegung jetzt wirklich gut?

Es war drei nach neun. Ich hatte mich morgens etwas mit der Zeit verkalkuliert, sonst gehe ich früher los. Die Walkingstöcke in der Hand stand ich vor unserer Haustüre und wollte losgehen... Doch die Hitze war schon so extrem, dass ich einen Moment überlegte und dann wirklich ohne einen Schritt zu machen wieder rein ging und meine Sportklamotten auszog. Ich entschied ich mich gegen Sport und für meine gute Stimmung. :-) Kann sein, dass es im Wald angenehm gewesen wäre, aber der Weg hin und zurück? Nö. Mag ich nicht.

Dafür gibt es viele gute Tage, wo ich rechtzeitig unterwegs bin und die aufgehende Sonne so angenehm ist. Sobald ich von Bäumen beschattete Wege betrete, geht es mir richtig gut und ich merke auch wie ich schneller gehe. Es gibt so viel da draußen zu erleben. Komm mit - ich zeige, was ich so erlebe:

Lindenblüte am Waldrand

Ich habe schon viel von den köstlichen Lindenblüten und -blättern aus der Wildkräuter- und Rohkostecke gehört. Aber ich wusste nicht: Wie sieht denn eine Linde aus?

Nun wunderte ich mich die letzten Wochen beim Walking durch eine lange Baumallee, was denn hier so gut duftet. Irgendwann kam mir der Gedanke: Das sind die Bäume über mir! Und dann fiel mir der schöne helle Baum rechts neben dem Weg oben auf dem Foto auf. Als ich näher kam, bemerkte ich, es ist der gleiche Duft und ich konnte seine Blätter fotographieren. Gerade habe ich nachgeschaut: Das ist eine Linde!

Lindenblüten

Hätte ich mich mal eher darum gekümmert, wäre ich noch in den Genuss gekommen, endlich mal Blüten und junge Blätter zu genießen. Mal sehen bei meiner nächsten Runde, ob ich davon noch etwas probieren kann oder ob ich ein Jahr warten muss. Auf jeden Fall habe ich nächsten Juni schon etwas vor, wenn ich den Duft der Linden wieder wahrnehme: Ich werde naschen! (Update: Ich habe einen Tag später noch frische Blüten probieren können und ein kleines Blatt. War nicht bitter, kein besonders hervorstechender Geschmack. Der Duft der Blüten ist einfach unvergleichbar gut und intensiv.)

Letztes Jahr war ich nur am Decksteiner Weiher unterwegs, was mit einer Autofahrt dorthin verbunden war. Anfang des Jahres, als unser Wagen einige Tage in der Werkstatt war, begann ich, von zu Hause aus loszulaufen. Ich bin dabei geblieben. Die Strecke ist ähnlich lang, nur mehr durch Wohngebiet, dann am Stadion vorbei und eine große Runde um den Adenauer Weiher. Es ist schön, diese Abwechlung zu haben und nicht mehr mit dem Auto fahren zu müssen.

Der Adenauer Weiher ist umgeben von Wald und Wiesen. Vor ein paar Tagen ging es mir nicht gut und ich hatte das Gefühl, ich muss einen anderen Weg gehen. So bin ich nach ungefähr der Hälfte meiner Runde einfach abgebogen und eine halbe Stunde weiter gewalkt bis zum Decksteiner Weiher. Ich bin ja immer wieder erstaunt wie wenig es mir ausmacht, ein Stück weiter zu gehen. Früher wäre das keine Freude für mich gewesen...

Auf dem Rückweg walkte eine Frau vor mir, die vom großen Hauptweg links einbog. Wo führte der Weg hin? Neugierig folgte ich ihr und stand auf einmal auf einer wunderschönen Sommerlichtung. Ein magischer Moment, weil er so unerwartet für mich kam:

Sommerlichtung

Durch das hohe Gras war ein Weg gemäht worden. Ein glänzender schwarzer Käfer krabbelte vor mir durch das von Morgentau überzogene Gras. Eine Nacktschnecke genoss den nassen Untergrund ebenso. Sie hatte ihre Fühler ganz aufgestellt und zog majestätisch langsam ihres Weges. In einer kunstvollen Spinnennetz-Wolke gliternten die Tropfen.

 

Ich blieb stehen und betrachtete diese Schönheit. War das toll. Ich schloss die Augen und lauschte den Stimmen der Vögel. Was für ein schöner Ort. Obwohl er umgeben ist von einer Straßenbahnlinie und nicht weit die Straßenkreuzung Militärring und Dürener Straße verläuft, beides sehr stark befahrene Straßen, war dies ein Ort des Friedens und der Ruhe. Was tat mir das gut!

Einige Tage zuvor waren die Wege mit Schafskütteln bevölkert. Irgendwo musste doch die Herde dieser natürlichen Mäher sein. Eines Morgens entdeckte ich die große Gruppe Schafe, die geschützt unter Bäumen ihr Nachtlager hatten.

Mein Vater hatte früher Schafe, daher mag ich diese Tiere besonders gerne. Ich hielt einen Moment inne und schaute mir die Gruppe an, die still vor sich hin kaute. Dabei fiel mir auf, dass sie in Gruppen zusammen lagen: Ein großes Schaf mit ein oder zwei kleinen Schafen kuschelte eng miteinander. Sie hatten den Kopf auf den Rücken des Nachbarn gelegt und gaben sich gegenseitig Schutz. Das waren Mütter mit ihren Kindern. Was für ein friedliches und schönes Bild, das mich sehr berührte.

Auch einer Geburt von Zwillingen konnte ich zuschauen. Spannend war, dass die anderen Schafe gebührend Abstand hielten und die Mutter ganz in Ruhe machen liesen. So ist die Natur. Sie ist zuversichtlich.

Unten am Weiher zaubern Sonne und Licht herrliche Spiegelungen ins Wasser. So süß, die kleinen Enten-, Gans- und Wasserhuhnfamilien zu beobachten. Letztere ist auf diesem Bild. Die kleinen flauschigen schwarzen Küken waren so putzig!

Es tut so gut, durch den Schatten zu gehen. Ich wähle mir meine Runde so, dass ich möglichst kurze Strecken durch die Sonne gehe und die meiste Zeit kühle Abschnitte genießen kann. Es ist immer wieder überraschend, wie stark der Temperaturunterschied ist, sobald ich den Wald betrete.

Buchenwald

Ganz besonders genieße ich dann das Klangwunder Wald. Es gibt einen Abschnitt, da zwitschern die Vögel ganz besonders intensiv. Ein hoher Buchenwald. Wow, das zu hören ist einfach magisch und heilsam für die Seele. Die Augen zumachen und einfach lauschen:

Ein Segen! Ich wünsche dir und mir ganz oft solche schönen und unbeschwerten Momente, in denen die Seele auftankt und das Herz vor Freude hüpft!

Deine Anja Kolberg

Mehr über meine Walkingrunden findest du hier: Blog - Walking 

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 22 Juni, 2018
Thema: Blog - 2018, 1. Halbjahr, Blog - Walking

Das war eine schöne Zeit!
E-Cards von Anja Kolberg sind Geschichte.

Fünfzehn Jahre bot ich für die LeserInnen meines Blogs auf einer extra Seite einen gratis E-Card-Service an.

Es hat mir Spaß gemacht, immer neue Karten mit stimmungsvollen Natur-Fotographien und schönen Texten zu gestalten und anderen damit eine Freude zu machen.

Ca. 700 Karten entstanden so über die Jahre für unterschiedliche Anlässe: Motive im Wechsel der Jahreszeiten, Geburtstag + Glückwünsche, Urlaub, Ermutigung in schwierigen Zeiten, Wochenende und -wochenstart, Liebe, Einfach so ein Hallo, Einladung + Treffen, Danke, Weihnachten, Advent und Neujahr.

Der externe Betreiber, der den Versand meiner E-Cards übernahm, hat seinen Dienst nun unerwartet eingestellt. Ohne diesen externen Versender können die E-Cards nicht verschickt und zugestellt werden.

Ich habe überlegt, einen neuen Anbieter ausfindig zu machen, der diese Aufgabe übernimmt. Weil dies aber einen kompletten Neustart bedeuten würde, der mit hohem Aufwand für mich verbunden ist, habe ich mich - auch aufgrund der in den letzten Jahren rückläufigen Nutzung - entschlossen, einen Abschluss für meinen E-Card-Service zu setzen.

Wehmut schwingt mit. Etwas geht zu Ende. Und damit ist Platz für etwas Neues:

E-Cards Abschied

Wie geht es ohne die E-Cards weiter?

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Hier in meinem Blog wird es natürlich weiterhin ansprechende Illustrationen und unterhaltsame Geschichten von mir geben. Schauen Sie immer mal wieder vorbei.

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Verbinden Sie sich dafür mit mir auf Facebook ("Gefällt mir" und "Abonnieren" anklicken).

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Einmal im Jahr verkaufe ich über meinen Webshop meine Tischkalender mit jeweils zwölf Motiven ähnlich meiner E-Cards, nur noch viel schöner - und vor allen Dingen zum Anfassen. :-)

Machen Sie sich selbst damit und Ihren Lieblingsmenschen eine Freude, die sogar sichtbar ist, wenn der PC aus ist.

Vielleicht gibt es noch 2018er Kalender von mir auf Amazon?

Tischkalender Anja Kolberg

Bleiben Sie mir treu, auch wenn es keinen E-Card-Service mehr gibt?

Ich würde mich sehr darüber freuen!

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 24 Mai, 2018
Thema: Blog - 2018, 1. Halbjahr, E-Cards

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Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 24 Mai, 2018
Thema: Newsletter

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