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Danke 2017! Wie ich nebenbei 40 kg verloren habe

Von Stunde zu Stunde wird es an diesem Sylvester-Sonntag ruhiger. Eigentlich toll, dass weder heute noch an Heilig Abend die Möglichkeit zum Einkaufen war. Das hat diese Tage entschleunigt und mehr Ruhe gebracht.

Ich mag Rückblick halten auf mein Jahr 2017 und mir dafür Zeit nehmen. Mal sehen wie lange ich brauche, bis der Blogeintrag online geht. Wir haben jetzt 15.37 Uhr.

Was war wichtig in 2017 für mich?

Vor allem die gesundheitliche Veränderung.

2016 endete völlig unerwartet mit einem Arztgespräch, das mich aus der Bahn warf. Die emotionslosen Worte: "Kompressionsstrümpfe tragen. Lebenslänglich." lösten erst mal viele Tränen aus. Ich brauchte Zeit, um das zu verarbeiten. Im Blog konnte ich darüber erst schreiben, als ich für mich einen Weg gefunden hatte, mit der Diagnose und den Folgen umzugehen. Das war im April.

Was ich alles seit der Diagnose in 2017 für meine Gesundheit getan habe?

  • Einen Ratgeber zu Lipödem gelesen und viel im Internet recherchiert, um die Krankheit zu verstehen und was ich tun kann.
  • Die maßgefertigte, flachgestrickte Kompressionswäsche getragen: Die ersten gingen "nur" bis in die Leiste, seit dem Frühsommer bis zum Bauchnabel, also Strumpfhosen. So gut wie jeden Tag habe ich sie getragen. Im Sommer: Ein Abenteuer! Einziger Spaßfaktor, dass ich mir die Farbe Aquablau für die Strumphhose aussuchte. Mein Bruder meinte: Schlumpffarbe. Ich war also Schlumpfine. :-)
  • Aquajogging gemacht, obwohl ich mich mit Kleidergröße 52/54 nicht wirklich ins Schwimmbad traute. Dabei war es wirklich ok. Nach zwei Kursen war aber Schluss, weil ich stimmungsmäßig nicht gut auf Chlorwasser reagiere und meine Haut juckte.
  • Ein Untertischfahrrad gekauft, damit ich während des Sitzens meine Beine bewegen kann. Dafür den Schreibtisch erhöht bzw. mit meinem Mann zusammen neu gebaut und gleich das Büro frisch angestrichen. :-) (Dies Fahrrad kommt seit dem Dauerwalking weniger zum Einsatz, weil es sich damit so wackelig arbeiten lässt.)
  • Mich dafür eingesetzt, dass ich einen besseren Facharzt finde. Puh! Könnte besser werden...
  • Mich dafür eingesetzt, dass ich Manuelle Lymphdrainage erhalte.
  • Die pfiffigen Physiotherapeutinnen gefragt, was ich noch für meine Beine tun kann. Sie zeigten mir Faszientraining, wodurch auch die Schmerzen nachließen.
  • Im Februar lies ich einen wurzelgefüllten Zahn ziehen und durch ein Keramikimplantat ersetzen. Die Entscheidung bis dahin war intensiv, weil ich das beste für mich rausfinden wollte (Brücke? Einfach die Lücke lassen? Gar nichts machen? Implantat? Titan? Keramik? Welcher Ansatz? Welcher Behandler?) Das Ziel: Meinen Körper von Giften entlasten.
  • Im Zuge der Zahn-OP habe ich u.a. vier Wochen Gluten (also Mehlerzeugnisse aus Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Grünkern, Gerste...) sowie Zucker und industriell hergestellte Produkte weg gelassen. Auch kein Soja, keine veganen Ersatzprodukte mehr. Da ich schon länger wusste, dass dies gut für meine Gesundheit ist (habe eine chronische Unterfunktion und Entzündung der Schilddrüse namens Hashimoto) und vielleicht auch helfen könnte, meine mich mürbe machenden Konzentrationsprobleme zu lösen, blieb ich über die vier Wochen hinaus dabei. Fiel mir leichter als vorher gedacht. Erschreckend zu sehen, in wie vielen Produkten Zucker enthalten ist. Es gibt kaum ein industriell hergestelltes Lebensmittel ohne Zucker. Gerade ist mir aufgefallen, dass meine Biogemüsebrühe auch Zucker enthält. Irgendwann werde ich wohl vieles selbst machen, das ist wohl am einfachsten...
  • Mitte Januar 2017 mit Spazieren gehen begonnen, weil ich testen wollte, ob die Oberschenkelstrümpfe wirklich halten und nicht wieder rutschten. Dann habe ich weiter gemacht. Immer dann, wenn meine Beine schmerzten, vor allen Dingen die Kniekehlen vom Kompresssionsstoff eingeschnürt waren, zog ich mir Jogginghose, Tshirt, Schuhe und Jacke an und ging los. Irgendwann mit Walkingstöcken, weil mich eine andere Walkerin darauf aufmerksam machte, dass dies doch noch intensiver sei. Selten ging ich einen Tag nicht walken. Die zwei Wochen bei Oma im Sommer nicht, nicht jeden Tag im Urlaub und im Herbst weniger, weil ich erkältet war oder einfach zu viele Termine waren. (Bin dankbar, dass ich mir die Zeit frei einteilen kann. Bei einem 9-to-5 Job im Büro wäre das viel schwerer gewesen.) Inzwischen starte ich auch schon mal von zu Hause aus, ohne bis zum nahen Weiher zu fahren. Hier berichte ich über mein Walking: Blog - Walking 
  • Im Frühjahr besuchte ich einen Ernährungskurs, um meinen Körper besser zu verstehen. Seit dem habe ich öfter intermittierend gefastet. Also die nächtliche Fastenzeit ausgeweitet, so lange wie es ging. Ich habe viel Obst gegessen und abends hauptsächlich warme Gemüsegerichte mit Kartoffeln, selten glutenfreien Nudeln oder mit Reis. Ziel ist mich ganz einfach rohköstlich zu ernähren. (Ich könnte dazu viel mehr schreiben, will es aber nicht zu lange machen. Vielleicht ein anderes Mal.) Auf meinem Weg geht es mal vorwärts, mal zurück oder ich bleibe auch mal stehen. Im Moment brauche ich die gekochte Kost noch. Und auch auf jeden Fall die Gourmetrohkost, die sehr nusslastig ist, viele Fette nutzt usw. Mal sehen, wann sich das ändert. Auf jeden Fall erschließt sich mir dadurch eine völlig neue Welt. Es passiert wohl vielen Veganern, dass sie früher oder später bei der Rohkost landen. Rohkosttorten habe ich schon einige ausprobiert: Lecker! Ich lasse mir hier alle Freiheit, die ich brauche. Wenn ich Hunger habe, esse ich, wenn nicht, nicht. Vegane Rezepte (auch mit Zucker, Gluten und Co.), die ich ausprobierte, gibt es hier: Blog - Vegane Rezepte 
  • Ziel insgesamt ist, meinen Körper so wenig wie möglich mit unnatürlichen Einflüssen zu belasten. Die Palette der Handlungsmöglichkeiten ist groß, was ich weglassen kann. Drogerieartikel, Kosmetika zum Beispiel. Ich nutze keine Cremes oder Schminke, letzteres liegt daran, dass ich nach der Renovierung unseres Hauses (vermutlich war das Abbeizen der Holztreppe ursächlich) eine Kontaktallergie entwickelte und sich die Haut um meine Augen entzündet, wenn sie mit Cremes oder Schminke in Verbindung kommt. Deo und Zahnpasta habe ich schon länger durch Natron (Baking Soda von Bobs Red Mill, das lt. letzten Informationen noch natürlich abgebaut wird) ersetzt. Oft dusche ich einfach nur mit Wasser. Erschreckend, was alles an Chemie in den Produkten steckt. Da unsere Haut so durchlässig ist, gelangt dies auch in unsereren Körper. Ich will das nicht mehr.

Ergebnisse dieser Reise durch das Jahr:

  • Mein Gewicht ist um aktuell 40 kg gesunken. Das ist einfach so passiert. Mein Ziel war ja nicht abzunehmen. Mein Ziel war, gesünder zu werden. Deswegen fehlt mir jeglicher Druck, den ich von früheren Gewichtsreduzierungen kenne. Das ist so eine Freiheit! Ich esse, wann ich will und wie viel ich will, bis ich satt bin. Ich trage nun Kleidergröße 42/44. Im Prospekt eines Kompressionswarenhersteller las ich vor einem Jahr, was ich für meine Gesundheit tun kann: Normalgewicht erreichen. Das fand ich ein gutes Ziel. Wie nebenbei wird mein Gewicht immer normaler. Ich hätte mir nicht erträumen lassen, dass das noch mal möglich ist. Aber es passierte einfach. Wie ein Dankeschön meines Körpers für die unternommen Schritte. Die sinkende Zahl auf der Waage hat mir das Jahr leichter gemacht und war auch Antrieb. Ich habe nicht wie bei Diäten früher die Gedanken: "Wann kann ich endlich wieder normal essen?" Weil ich begriffen habe, welches Essen gut für meinen Körper ist und was nicht. Und wenn ich ein Warum habe, fällt es mir einfach leichter, dabei zu bleiben. Ich will nicht sagen ewig und immer. Aber jetzt ist es so und es ist gut so.
  • Ich fühle mich beweglicher, fitter. So habe ich es auch im Urlaub geschafft, uns aus einer misslichen Lage zu befreien. (Wir hatten uns aus dem Haus ausgeschlossen ... Hier die Geschichte)
  • Meine Konzentrationsprobleme sind oft weg. Vor einigen Wochen tauchten sie mal wieder auf und dann wieder ab. Inzwischen kann ich sie auch als Zeichen der Entgiftung meines Körpers sehen. Ich versuche dann zu tun, was geht: Walken geht immer. Eine Maschine Wäsche anstellen. Aufräumen. Tagebuch schreiben und horchen, was gerade in mir los ist ...
  • Seit dem Tragen der Kompressionsstrümpfe habe ich an jedem Oberschenkel oben 15 cm Umfang verloren. Ich weiß das so genau, weil die Beine für die Anfertigung ausgemessen werden und ich mir Kopien der Maßzettel erfragt habe.
  • Ich habe wieder Lust, Kleidung anzuprobieren. Es macht Freude, in ein normales Geschäft zu gehen und einfach was anzuprobieren. Die Auswahl im Normalgrößenbereich ist vielseitiger.
  • Im November habe ich mir einen Rock gekauft. Wissen Sie wie lange ich davon schon geträumt habe? Früher habe ich total gerne Röcke getragen. Doch die letzten Jahre fühlte ich mich mit den Beinen einfach nicht wohl bei einem Rock. Eigentlich wollte ich mit dem Rockkauf ja auch warten, bis sich mein Gewicht eingependelt hat, aber dann dachte ich: "Nicht nur das Ziel feiern, sondern auch den Weg!" und gönnte mir das neue Outfit. :-)
  • Die Schmerzen in den Beinen, die mich Ende 2016 zur Notfallsprechstunde eines Gefäßchirurgen brachten, sind von Woche zu Woche weniger geworden. Das ist soooo gut!
  • Ich kann die Beine wieder übereinander schlagen. :-)
  • Ich habe ein stärkeres Selbstbewusstsein. Mir ist wichtig zu schreiben, dass ich mich mit den 40 kg mehr auch gut, wertvoll und richtig gefühlt habe und auch beweglich war. Aber so ist es noch schöner und leichter. Nie hätte ich mir das erträumt, dass ich das so leicht schaffe! Vor einigen Jahren habe ich mal gesagt: "Eines Tages fallen alle Kilos von mir ab." - ohne zu wissen wie. Jetzt war es soweit.
  • Mein Kardiologe (hatte so komisches Herzklopfen über längeren Zeitraum, das mich beunruhigte) sagte im Dezember, dass lt. Statistik (hoffentlich habe ich die Zahl richtig im Kopf) nur 0,3% der Menschen mit einem BMI über 40 es schaffen, wieder normalgewichtig zu werden und ich hätte das geschafft. Er war begeistert und das tut einfach gut. Er meinte, mein Herz würde wohl meinen, es sei in einen neuen Körper transplantiert worden und müsse sich daran erst mal gewöhnen. Schöne Erklärung. :-))

Es gibt so viel mehr schönes in meinem Jahr. Doch meine gesundheitliche Veränderung war das allerwichtigste.

Inzwischen finde ich die Kompressionsstrümpfe nicht mehr so schlimm wie am Anfang. Da machten sie mich aggressiv, dieser Druck von außen auf die Beine... Puh! Heute habe ich das Gefühl, ich werde an den Beinen lieb gehalten. Auch die anfänglichen Bedenken, dass ich durch den zusätzlichen Stoff nicht mehr in meine Schuhe passe oder eine größere Hose brauchte, waren unbegründet. Es wurde alles gut.

Ich hatte das große Glück, auf meinem Weg Menschen zu begegnen, die mir geholfen haben. Zum Beispiel meine geliebte Sanifee! Die Mitarbeiterin aus dem Sanitätshaus, die meine Beine ausmaß, machte mir so Mut, als ich das erste mal, noch völlig niedergeschlagen bei ihr war. "Frau Kolberg, wir schaffen das. Ich suche Ihnen einen schönen Stoff aus. Sie werden sehen, das wird besser werden." Und so wurde es von Mal zu Mal. Jetzt freuen wir uns beide über die wundervollen Veränderungen, die mein Körper dieses Jahr durchgemacht hat.

Wie bei einem Schmetterling, der aus seinem Kokon geschlüpft ist.

2017 hatte es wirklich in sich. Und ich habe es gemeistert! Ich bin richtig richtig stolz auf mich. Erstaunlich, was Leidensdruck alles in Bewegung bringen kann. Ohne den hätte ich den Weg nicht geschafft. Es ist noch lange nicht gut, es gibt noch viel zu tun, aber so viel ist schon erreicht. Und das feiere ich jetzt!

Was noch in 2017 wichtig für mich war: Die Auszeit bei meiner Oma. Die herausfordernden Erlebnisse und Geschenke in unserem Dänemark-Urlaub. Die heilsame Zeit beim Walken in der Natur ... Manches habe ich im Blog geteilt. Sie können es lesen, wenn Sie durch die beiden Halbjahre scrollen:

Blog - 2017, 1. Halbjahr

Blog - 2017, 2. Halbjahr

Danke - 2017, dass du da warst und mich so richtig durchgeschüttelt hast. Es tut immer wieder gut, zu erfahren, dass vielleicht Pech oder Unglück am Anfang eines Weges stehen, aber Glück und Freude an seinem Ende auf uns warten.

Danke, dass Sie Teil meines kleinen Universums sind und mich lesen!

Alles erdenklich Gute für Ihr 2018

Anja Kolberg

PS: Online geht der Blogbeitrag um 17.54 Uhr. Und ich versuche jetzt nicht, ihn noch xmal durchzulesen, zu optimieren, sondern ihn so stehen zu lassen wie er ist: Wahrscheinlich mit Fehlern, wahrscheinlich noch besser zu machen und doch genau richtig so wie er ist. :-)

PPS: Mehr von mir lesen Sie regelmäßig in den Monatlichen Impulsen. Diese können Sie für 12 Euro derzeit noch im Shop kaufen. (Liste für 2018 geschlossen. Ob Teilnahme für 2019 wieder möglich ist, erfahren Sie ab November hier im Blog oder in meinem Newsletter)

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Sonntag, 31 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Körper & Schmerzen

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