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Mittwoch, 26 Juli, 2017

So sein wie ich bin.

Am liebsten hätte ich Gewissheit, wie mein Leben weiter verläuft. Sicherheit, für jede Situation mit einer perfekten Lösung gewappnet zu sein. Doch leider funktioniert das Leben nicht so. Zumindest meines nicht. Keine Kontrolle.

Die einzige Kontrolle, die ich habe, ist die über mich selbst. Für mein Wohlbefinden zu sorgen, so gut ich es kann. Auch das klappt nicht immer, meine Gedanken und meine Phantasie - was alles passieren könnte - gehen gerne mit mir durch - nicht in die positive Richtung. Dann wünsche ich mir die coole Gelassenheit derjenigen, die sich keine Gedanken machen.

Ich verarbeitete vor einiger Zeit ein Problem, das mich sehr beschäftigte, erzählte meinem Mann davon. Er guckte mich mit großen Augen an und meinte nur: 'Da denke ich schon lange nicht mehr drüber nach. Das habe ich längst abgehakt. Wenn du jetzt nicht mehr davon angefangen hättest, hätte ich nicht mehr dran gedacht.' Na prima! So einfach hätte ich es auch gerne. Mein Kopf funktioniert aber nicht so. Und damit muss ich wohl klar kommen, wohl auch weil das Problem mich mehr betraf als meinen Partner.

Mich akzeptieren - so wie ich bin. Mit all dem Grübeln, Reflektieren. Das hat ja auch sein Gutes, nämlich eine Tiefsinnigkeit, zu der mich meine Nachdenklichkeit führt. Eigentlich ist das spannend, gar nichts schlimmes dran zu finden, wenn ich es nicht als solches bewerte.

Ich kann nicht erwarten, dass andere Verständnis dafür haben, wie ich ticke. Dass andere sich meine Gedanken machen. Dass andere so funktionieren, wie ich das gerne hätte. Aber ich kann das tun. Verständnis für mich haben. Mich mit meinen Sorgen beschäftigen, mir gute Gedanken machen. Für mich da sein.

Ich bin für mein Wohlbefinden verantwortlich. Wenn ich liebevoll mit mir umgehe, tun das andere auch bzw. ich bin davon nicht mehr abhängig.

Wenn ich nicht mehr die Kontrolle über alles haben will, mir verzeihe schwach zu sein, Fehler zu machen, Ängste und Sorgen haben zu dürfen, können andere auch lockerer werden. Loslassen.

Einem anderen ganz nahe sein. Wagen, geliebt zu werden. Zulassen, dass jemand mein wahres Ich sieht mit all meiner Verletzlichkeit. Ohne Sicherheit, ob der andere mich liebt wie ich bin oder mein wahres Ich ablehnt.

Ich kann mich verstellen, in der Hoffnung, dem anderen dann zu gefallen. Aber will ich so leben? Nein, will ich nicht. Ich will geliebt werden, so wie ich bin. Das erfordert Mut. Mut, mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin. Offenheit, geliebt zu werden, so wie der andere es kann, nicht so wie ich es möchte.

Vor allen Dingen braucht es die Liebe von mir selbst zu mir - gleich wie ich bin.

Anja Kolberg

P.S. Diesen Text schrieb ich im November 2015. Heute fand ich ihn wieder. Ich hätte ihn gestern geschrieben haben können. Hier jetzt auch für Sie. Vielleicht finden Sie sich selbst darin wieder.

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